Freitag, 22. September 2017

Chronik

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hammah


In den alten Dörfern standen die Häuser früher dichtgedrängt zusammen. Durch die Höfeeinteilung wurden oft mehrere Häuser auf einem Hofgrundstück gebaut. Alle Häuser waren mit Stroh und Reet eingedeckt Brannte es in einem Haus, breitete sich das Feuer schnell weiter aus. Es wurde noch durch den Wind und die fliegenden Speckseiten, welche zu der Zeit noch zum Räuchern unter der Dielendecke Hingen, unterstützt.
So brannten in Hammah im Jahre 1976, etwa 7 Wochen vor Jacobi, 13 Häuser und 3 Scheunen ab.

Im Jahre 1785 wurden wieder einige Höfe ein Raub der Flammen. Da nach den Hannoverschen Feuerschutzgesetzen nicht mehr in der engen Dorflage neu aufgebaut werden durfte, wurden die Höfe Nr. 11, 14 und 15 auf dem Westerende gebaut.

Am 22. Mai 1814 brannten in wenigen Stunden 20 Wohnhäuser und 5 Scheunen ab. Danach wurden viele Höfe außerhalb des alten Dorfkerns aufgebaut.

Im Herbst 1897 wurde in Hammah eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der Anlaß war folgender:

Im Herbst brannte der Hof des Halbhöfners Johann Schlichtmann, Haus Nr. 27, vollständig nieder. Nur die hohen Eichen mit ihren grünen Blättern, die östlich des Hofes standen, verhinderten, dass die Höfe von Spreckels, Haus Nr. 28, und Gooßen, Haus Nr. 29, nicht ein Raub der Flammen wurden.

Die Helfer konnten nur einige Möbel aus dem brennenden Haus retten. Gegen die Gewalt des Feuers war man machtlos. Das Löschwasser mußte mit einer Winde aus dem Brunnen geschöpft werden.

An diesem Abend beschlossen viele Männer des Dorfes eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen und eine Spritze anzuschaffen. Der Gemeindevorsteher Heinrich Breuer unterstützte das Vorhaben, denn sein Hof und der seiner Vorfahren war in den letzten 80 Jahren zweimal durch Feuer eingeäschert worden.

Einige Versammlungen wurden noch im Herbst 1897 abgehalten. Eine Gründungsurkunde ist leider nicht erhalten geblieben.

 

Am 4. Dezember 1897 wurde ein Kaufvertrag zwischen der Gemeinde Hammah und der Firma C. Rosenow aus Stade für den Kauf einer Handdruckpresse abgeschlossen.

 

Hier die Übersetzung des Kaufvertrages:

 

Lieferungs-Contrack

Zur Lieferung einer Feuerspritze für die Gemeinde Hammah.

Zwischen der Gemeinde Hammah und dem Mechaniker C. Rosenow aus Stade ist heute nachstehender Contrack unter folgenden Bedingungen abgeschlossen.

§ 1

Der Mechaniker Rosenow aus Stade übernimmt die Lieferung einer Feuerspritze für die Gemeinde Hammah.

§ 2

Die Feuerspritze ruht auf einem Wagen mit 4 Rädern, welche aus gesunden, tadellosen Eichenholz herzustellen sind. Die Reifen auf die Räder müssen 6 cm breit sein und 5/8 Zoll hannoversches Maß stark sein. Der Wagen ist mit Deichsel und vorne am Deichsel eine Krampe anzumachen und zwei Tauen, ein Hintertau und ein Vordertau. Das Vordertau muß mit einem Haken versehen sein, damit man es vorne am Deichsel in die Krampe einhaken kann, und der Wagen muß auf Sandwegen Spur halten.

§ 3

Die Spritze soll mit einem Wasserkasten aus Eisen versehen sein, wovon das Saugdruckwerk so anzubringen ist, daß dieselbe das Wasser aus dem Kasten, sowie auch von außen ansaugen kann. Das Saugwerk soll sein aus zwei starken Messingzylinder von 130 mm Weite, einem Windkessel aus starkem Kupfer nach den Zylinder passende Größe. Die Ventile aus Messing sind zwischen den Zylindern und den Windkessel so anzubringen, daß dieselbe zu jeder Zeit leicht zugänglich und leicht zu öffnen sind. Der Saugschlauch soll aus besten Gummi bestehen und mit Spiralen und Einlagen von 65 mm Weite und 10 Meter lang, in 4 Längen mit Messingverschraubungen und an Enden desselben mit einem Saugkorb von Kupfer mit Ventil und Schwimmer versehen sein. Das Spritzenwerk liefert pro Minute 300 bis 350 Liter Wasser. Dabei sind zur Bedienung der Spritze 14 Mann als Bedienung nötig. Das Spritzenwerk hält einen Druck von 12 Atmosphären aus. Die Strahlweite beträgt 31 bis 33 Meter. Die Strahlhöhe der Spritze beträgt 24 bis 26 Meter. Das Spritzenwerk saugt das Wasser 7 Meter hoch an.

§ 4

Der Druckschlauch ist aus besten Hanf von 51 mm Weite, in verschiedenen Längen, 2 von 12 Metern, 1 von 16 Metern und 11 von 20 Metern, im Ganzen zweihundertundsechzig Meter mit Messingverschraubungen und mit Gerbsäure getränkt und einen Haken zum Zubringen zu liefern.

§ 5

Auf dem Spritzenwagen sollen 4 Sitze sein, davon 2 vorne und 2 hinten angebracht werden und eine Laterne, 2 Druckstangen, 2 Handrohre von Kupfer mit 5 verschiedenen Mundstücken aus MEssing, die nötigen Schraubenschlüssel, 1 Requisitenkasten, 1 Holzhammer, 1 Ölkanne, die nötige Schlauchhaspel aus Eichenholz.

§ 6

Die Spritze soll gemalt und lackiert sein, sowie mit der Aufschrift "Gemeinde Hammah 1898" versehen sein.

§ 7

Der Unternehmer verpflichtet sich bis zum 1. Februar 1898 die Spritze fertigzustellen und nach Ablieferung derselben den dabei angestellten Personen die nötigen Anweisungen zu ihrer Behandlung zu geben, sowie sie überhaupt von Allen zu unterrichten was dazu gehört.

§ 8

Der Preis für die ganze Lieferung nach den hier im Contrack angegeben sind, mit voller Ausrüstung und allem Zubehör, wird auf die Summe von 1500 Mark, geschrieben Eintausen und Fünfhundert Mark, festgestellt.

§ 9

Was den Bau der Spritze im Allgemeinen und im Besonderen anlangt, so verpflichte ich mich hiermit ausdrücklich, dieselben den mir bekannten Ausführungsbestimmungen vom 29. Mai 1876 zu den Regulativen über den Hülfsfond der Vereinigten Landwirtschaftlichen Brandkasse zu Hannover genau anzupassen und unterwerfe mich auch den dort an die Spritzenwerke gemachten Anforderungen in jeder Beziehung.

§ 10

Unternehmer garantiere für das Spritzenwerke gegebene Construktion, für die Leistungsfähigkeit, für die Güte des zu dem Werke verwandten Materials, sowie für die Solidität meiner Arbeit auf die Dauer von 5 Jahren, vom Tage der Abnahme an gerechnet. Gewaltsame Verletzungen der Spritze, sowie Beschädigungen der Schläche überhaupt sind von der Garantie ausgeschlossen.

§ 11

In Betreff der Abnahme der Spritze offeriere ich, daß die Übernahme derselben seitens der Gemeinde als geschehen zu betrachten ist, wenn die stattgehabte Probe dargethan, daß die Spritze den vorgeschriebenen Bedingungen in allen entspricht, auch der eventuelle zugegen gewesene Sachverständige der Vereinigten Landwirtschaftlichen Brandkasse hier die Spritze für gut anerkannt hat. Die Kosten für die Abnahme der Spritze durch den Sachverständigen trägt der Unternehmer.

Die Zahlung soll geschehen 1/3 bei Abnahme der Spritze und 2/3 den 1. April 1898 dem Unternehmer zu zahlen ist.

Geschehen Hammah den 4. Dezember 1897

C. Rosenow H. Breuer L. Bube
Mechaniker J. Breuer H. Süling H. Schlichtmann