Sonntag, 24. März 2019

Chronik

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Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hammah


In den alten Dörfern standen die Häuser früher dichtgedrängt zusammen. Durch die Höfeeinteilung wurden oft mehrere Häuser auf einem Hofgrundstück gebaut. Alle Häuser waren mit Stroh und Reet eingedeckt Brannte es in einem Haus, breitete sich das Feuer schnell weiter aus. Es wurde noch durch den Wind und die fliegenden Speckseiten, welche zu der Zeit noch zum Räuchern unter der Dielendecke Hingen, unterstützt.
So brannten in Hammah im Jahre 1976, etwa 7 Wochen vor Jacobi, 13 Häuser und 3 Scheunen ab.

Im Jahre 1785 wurden wieder einige Höfe ein Raub der Flammen. Da nach den Hannoverschen Feuerschutzgesetzen nicht mehr in der engen Dorflage neu aufgebaut werden durfte, wurden die Höfe Nr. 11, 14 und 15 auf dem Westerende gebaut.

Am 22. Mai 1814 brannten in wenigen Stunden 20 Wohnhäuser und 5 Scheunen ab. Danach wurden viele Höfe außerhalb des alten Dorfkerns aufgebaut.

Im Herbst 1897 wurde in Hammah eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der Anlaß war folgender:

Im Herbst brannte der Hof des Halbhöfners Johann Schlichtmann, Haus Nr. 27, vollständig nieder. Nur die hohen Eichen mit ihren grünen Blättern, die östlich des Hofes standen, verhinderten, dass die Höfe von Spreckels, Haus Nr. 28, und Gooßen, Haus Nr. 29, nicht ein Raub der Flammen wurden.

Die Helfer konnten nur einige Möbel aus dem brennenden Haus retten. Gegen die Gewalt des Feuers war man machtlos. Das Löschwasser mußte mit einer Winde aus dem Brunnen geschöpft werden.

An diesem Abend beschlossen viele Männer des Dorfes eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen und eine Spritze anzuschaffen. Der Gemeindevorsteher Heinrich Breuer unterstützte das Vorhaben, denn sein Hof und der seiner Vorfahren war in den letzten 80 Jahren zweimal durch Feuer eingeäschert worden.

Einige Versammlungen wurden noch im Herbst 1897 abgehalten. Eine Gründungsurkunde ist leider nicht erhalten geblieben.

 

Am 4. Dezember 1897 wurde ein Kaufvertrag zwischen der Gemeinde Hammah und der Firma C. Rosenow aus Stade für den Kauf einer Handdruckpresse abgeschlossen.

 

Hier die Übersetzung des Kaufvertrages:

 

Lieferungs-Contrack

Zur Lieferung einer Feuerspritze für die Gemeinde Hammah.

Zwischen der Gemeinde Hammah und dem Mechaniker C. Rosenow aus Stade ist heute nachstehender Contrack unter folgenden Bedingungen abgeschlossen.

§ 1

Der Mechaniker Rosenow aus Stade übernimmt die Lieferung einer Feuerspritze für die Gemeinde Hammah.

§ 2

Die Feuerspritze ruht auf einem Wagen mit 4 Rädern, welche aus gesunden, tadellosen Eichenholz herzustellen sind. Die Reifen auf die Räder müssen 6 cm breit sein und 5/8 Zoll hannoversches Maß stark sein. Der Wagen ist mit Deichsel und vorne am Deichsel eine Krampe anzumachen und zwei Tauen, ein Hintertau und ein Vordertau. Das Vordertau muß mit einem Haken versehen sein, damit man es vorne am Deichsel in die Krampe einhaken kann, und der Wagen muß auf Sandwegen Spur halten.

§ 3

Die Spritze soll mit einem Wasserkasten aus Eisen versehen sein, wovon das Saugdruckwerk so anzubringen ist, daß dieselbe das Wasser aus dem Kasten, sowie auch von außen ansaugen kann. Das Saugwerk soll sein aus zwei starken Messingzylinder von 130 mm Weite, einem Windkessel aus starkem Kupfer nach den Zylinder passende Größe. Die Ventile aus Messing sind zwischen den Zylindern und den Windkessel so anzubringen, daß dieselbe zu jeder Zeit leicht zugänglich und leicht zu öffnen sind. Der Saugschlauch soll aus besten Gummi bestehen und mit Spiralen und Einlagen von 65 mm Weite und 10 Meter lang, in 4 Längen mit Messingverschraubungen und an Enden desselben mit einem Saugkorb von Kupfer mit Ventil und Schwimmer versehen sein. Das Spritzenwerk liefert pro Minute 300 bis 350 Liter Wasser. Dabei sind zur Bedienung der Spritze 14 Mann als Bedienung nötig. Das Spritzenwerk hält einen Druck von 12 Atmosphären aus. Die Strahlweite beträgt 31 bis 33 Meter. Die Strahlhöhe der Spritze beträgt 24 bis 26 Meter. Das Spritzenwerk saugt das Wasser 7 Meter hoch an.

§ 4

Der Druckschlauch ist aus besten Hanf von 51 mm Weite, in verschiedenen Längen, 2 von 12 Metern, 1 von 16 Metern und 11 von 20 Metern, im Ganzen zweihundertundsechzig Meter mit Messingverschraubungen und mit Gerbsäure getränkt und einen Haken zum Zubringen zu liefern.

§ 5

Auf dem Spritzenwagen sollen 4 Sitze sein, davon 2 vorne und 2 hinten angebracht werden und eine Laterne, 2 Druckstangen, 2 Handrohre von Kupfer mit 5 verschiedenen Mundstücken aus MEssing, die nötigen Schraubenschlüssel, 1 Requisitenkasten, 1 Holzhammer, 1 Ölkanne, die nötige Schlauchhaspel aus Eichenholz.

§ 6

Die Spritze soll gemalt und lackiert sein, sowie mit der Aufschrift "Gemeinde Hammah 1898" versehen sein.

§ 7

Der Unternehmer verpflichtet sich bis zum 1. Februar 1898 die Spritze fertigzustellen und nach Ablieferung derselben den dabei angestellten Personen die nötigen Anweisungen zu ihrer Behandlung zu geben, sowie sie überhaupt von Allen zu unterrichten was dazu gehört.

§ 8

Der Preis für die ganze Lieferung nach den hier im Contrack angegeben sind, mit voller Ausrüstung und allem Zubehör, wird auf die Summe von 1500 Mark, geschrieben Eintausen und Fünfhundert Mark, festgestellt.

§ 9

Was den Bau der Spritze im Allgemeinen und im Besonderen anlangt, so verpflichte ich mich hiermit ausdrücklich, dieselben den mir bekannten Ausführungsbestimmungen vom 29. Mai 1876 zu den Regulativen über den Hülfsfond der Vereinigten Landwirtschaftlichen Brandkasse zu Hannover genau anzupassen und unterwerfe mich auch den dort an die Spritzenwerke gemachten Anforderungen in jeder Beziehung.

§ 10

Unternehmer garantiere für das Spritzenwerke gegebene Construktion, für die Leistungsfähigkeit, für die Güte des zu dem Werke verwandten Materials, sowie für die Solidität meiner Arbeit auf die Dauer von 5 Jahren, vom Tage der Abnahme an gerechnet. Gewaltsame Verletzungen der Spritze, sowie Beschädigungen der Schläche überhaupt sind von der Garantie ausgeschlossen.

§ 11

In Betreff der Abnahme der Spritze offeriere ich, daß die Übernahme derselben seitens der Gemeinde als geschehen zu betrachten ist, wenn die stattgehabte Probe dargethan, daß die Spritze den vorgeschriebenen Bedingungen in allen entspricht, auch der eventuelle zugegen gewesene Sachverständige der Vereinigten Landwirtschaftlichen Brandkasse hier die Spritze für gut anerkannt hat. Die Kosten für die Abnahme der Spritze durch den Sachverständigen trägt der Unternehmer.

Die Zahlung soll geschehen 1/3 bei Abnahme der Spritze und 2/3 den 1. April 1898 dem Unternehmer zu zahlen ist.

Geschehen Hammah den 4. Dezember 1897

C. Rosenow H. Breuer L. Bube
Mechaniker J. Breuer H. Süling H. Schlichtmann

 


 

Die Freiwillige Feuerwehr Hammah wurde als 12. ländliche Wehr im damaligen Landkreis Stade gegründet. Die ersten Statuten der Wehr wurden am 10. Januar 1898 erstellt.

 

 

Als erster Feuerwehrhauptmann wurde der Zimmerermeister Hermann Süling gewählt. Sein Stellvertreter wurde der Landwirt Johann Breuer, Haus Nr. 24.

Die Statuten der Wehr wurden am 4. April 1898 vom Landrat genehmigt. Unter anderem stand dort drin:

Wer bei einer Übung nicht erschien, mußte 25 Pfennig Strafe zahlen,
wer bei einem Brand oder einer Übung sich verspätete, bezahlte 10 Pfennige,
wer bei einem Brand nicht erschien, mußte sogar 1 Mark Strafe zahlen, und
wer eine Stunde nach Beendigung einer Übung noch in Uniform angetroffen wurde, zahlte ebenfalls 1 Mark.

Im Vergleich dazu sei gesagt, dass zu der Zeit ein Bier 10 Pfennige und ein Korn 5 Pfennige kostete.

Die Uniform bestand zu dieser Zeit aus einer dunkelgrauen Bluse und einem Lederhelm. Für die Feuerwehrjoppe musste die Gemeinde Hammah 306 Mark bezahlen.

Ein Spritzenhaus wurde auf dem "Armenhausplatz" an der Bahnhofstraße gebaut. In der Gemeinde wurden fünf Feuerlöschteiche gegraben. Dies geschah selbstverständlich mit der Hand und in Eigenleistung. Ferner wurde noch ein Notbrunnen in der Dorfmitte ausgemauert.

Im Jahre 1901 musste dann gemäß der Polizeiverordnung des Oberpräsidenten in Hannover eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt werden. Obwohl Gemeinden, die eine Freiwillige Feuerwehr hatten, sich dagegen wehrten, blieb ihnen trotzdem nichts anderes übrig, als sich zu beugen und eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen.

In Hammah wurde der Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr auch gleichzeitig Hauptmann der Pflichtfeuerwehr. Die Freiwilligen übernahmen die Bedienung der Spritze und das Retten von Menschen, Vieh, Hab und Gut, die Pflichtfeuerwehr war für das Herbeischaffen von Wasser und die Bewachung der geretteten Gegenstände zuständig.

Die Hammaher Feuerwehr musste in den Gemeinden Düdenbüttel, Heinbockel, Himmelpforten, Mittelsdorf, Wiepenkathen, Bossel, Haddorf, Hammahermoor, Weißenmoor, Forst Villah (Gr0ß Sterneberg gab es da noch nicht) und einstelligen Höfen Löschhilfe leisten. Sie wurde oft angefordert und musste viele Brände mit bekämpfen.

 

Hier werden einige Brände genannt:

1899 Brand bei Haack in Himmelpforten, bei Rathjens in Düdenbüttel und in Schwinge
1900 Brand in Düdenbüttel
1901 Brand bei Schlichting im Seemoor
1903 wieder Brände in Düdenbüttel und Himmelpforten
1905 Brand bei Buck in Hammah
1908 Brand auf dem Hof Bockhorst
1909 Brand in Hahle und bei Gustav Spreckels in Mittelsdorf
1910 Brand am Steindamm (Stade) und D. Spreckelsen in Himmelpforten, Ochsenpohl
1911 Brand bei Schuldt in Haddorf
1912 Brand bei D. Schlichting in Hammah
1913 Brand bei J. von Bargen in Hammah und H. Schomacker in Hammahermoor
1914 Brand bei Chr. Dammann in Hammah
1916 Brand bei Martens in Groß Sterneberg
1917 Brand bei H. Peters
1919 Brände in Heinbockel, Düdenbüttel und Groß Sterneberg
1920 brannte ein Bahnwaggon aus
1921 Brand bei Joh. Schradiek in Hammah und Johann Vollmers in Haddorf
1927 Brand bei Seeba in Hammah und Brände in Burg und Schölisch
1928 Brand in Klein Villah und in Haddorf
1929 Brand bei Höper in Groß Sterneberg
1930 Brand bei Hagenah in Hammahermoor

Man könnte in dieser Reihenfolge bei der Aufzählung der Brände fortfahren.

Das Erreichen der Einsatzorte wurde mit Pferden als Zugkräfte der Spritze und des Mannschaftswagens bewältigt.

Zum Einsatz kam jeweils das Gespann, das als erstes am Spritzenhaus war.

Die Fahrer der Spritze und des Mannschaftswagens bekamen für ihren Einsatz je nach Länge des Weges zwischen 3 und 12 Mark Entlohnung. Wer mehrmals mit seinem Gespann beim Spritzenhaus war und nicht zum Einsatz kam, erhilet 1 Mark. Jeder Feuerwehrmann bekam für seinen Einsatz beim Brand oder bei der Übung 25 Pfennige.

 


Im Jahre 1902 wurde Johann Breuer, Haus Nr.24
zum neuen Feuerwehrhauptmann gewählt.

 


Sein Stellvertreter wurde Johann Seeba, der 1905 neuer
Feuerwehrhauptmann wurde. Sein Stellvertreter wurde Fritz Spreckels.

 

Im 1. Weltkrieg 1914/1918 übernahm der 1. Zugführer Hinrich Buck das Amt des Feuerwehrhauptmanns, da die anderen Mitglieder des Kommandos zum Heeresdienst eingezogen waren

1919 übernahm Johann Seeba wieder das Amt des Feuerwehrhauptmanns.

Die Kameradschaft und das Vergnügen kamen selbstverständlich nicht zu kurz. So wurde am 13. November 1898 der erste Feuerwehrball gefeiert. Im Februar 1908 feierte man das 10jährige Bestehen der Wehr mit Theater und Ball in der Gastwirtschaft Meier. Als Eintritt wurde für Unverheiratete 75 Pfennig, für Verheiratete 50 Pfennig und für Damen 25 Pfennig erhoben.

 

 

Im Jahre 1923 bekam die Freiwillige Feuerwehr Hammah als erste Landfeuerwehr im Kreis Stade eine vierrädrige Motorspritze mit einer Wasserleistung von 800 Litern pro Minute. Diese Motorspritze wurde selbstverständlich zur damaligen Zeit von Pferden gezogen. Als die Motorspritze bezahlt werden musste, war das Geld durch die Inflation nicht mehr viel Wert. So bezahlte der Gemeindevorsteher Fritz Spreckels die Spritze aus eigener Tasche und schenkte sie der Gemeinde. Es war wohl ein glücklicher und einmaliger Vorgang im Altkreis Stade.

Ein Jahr später bekamen die Orte Schwinge, Mulsum und Apensen die gleiche Spritze. Sie mussten ihre Spritzen in Goldmark bezahlen.

 


In der Schulchronik wird berichtet:

 

Am 25. Juli 1924 feierte die Freiwillige Feuerwehr Hammah ihr 25jähriges Stiftungsfest. Mit diesem Jubeltag wurde auch der Kreisfeuerwehrtag Stade-West hier abgehalten. Trotz der "tropischen Hitze" hatten sich zahlreiche Feuerwehrleute aus den Kreisbezirken eingefunden. Die Gäste wurden um 13.00 Uhr von dem festgebenden Verein auf dem Bahnhof willkommen geheiß und zum Festlokal, der Gastwirtschaft Meier, geleitet.


Zu Ehren der Gäste hatte Hammah zahlreiche Ehrenpfosten mit sinngemäßen Sprüchen errichtet. Im Saale des Gastwirts Meier trafen dann die Abgeordneten der einzelnen Wehren zu einer Tagung zusammen, in welcher der Bremervörder Kreisbrandmeister Peters aus Ebersdorf einen Vortrag über die Wasserversorgung in den Ortschaften hielt. Im Anschluss daran begrüßte der Landrat Cornelsen die Festversammlung.

Nach Ende der Tagung stellte sich der Festumzug auf, der sich dann unter Klängen von Marschweisen durch die Ortschaft bewegte. Daran fand anschließend eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Hammah statt, bei der die neuangeschaffte Motorspritze und die alte Handdruckspritze in Tätigkeit traten. Es wurde angenommen, dass auf zwei Gehöften Feuer ausgebrochen sei. Mit mächtigen Wasserstrahlen wurde das Feuer bekämpft. Nach dem Antreten der Wehr im Vereinslokal wurden 8 Kameraden für 25 Jahre treue Dienstleistung in der Wehr ausgezeichnet. Zum Schluß fand in den Sälen der Gastwirte Meier und Schlichting ein Tanzvergnügen statt, das die zahlreich erschienenen Gäste noch recht lange zusammen hielt.

Schon 1925 wurde von der Jahreshauptversammlung folgendes beschlossen:

Wer beim Antreten und im Spritzenhaus raucht, muß 3,- Mark Strafe bezahlen.

Im Jahre 1925 wurde hinter dem Haus des Achtelhöfners Johann Breuer, Hasu Nr. 20, unmittelbar neben dem Notbrunnen, ein Hydrant gebaut, der die Motorspritze stundenlang mit Wasser versorgen konnte. Sogar die Stader Feuerwehr kam jeden Sommer und machte hier eine Übung. Sie hatte ein extra Übergangsstück für diesen Hydranten.

Der 2. Hydrant wurde 1928 auf dem Grundstück der Molkerei gebaut.

Im Jahre 1932 gab es einen Wechsel an der Spitze der Wehr.

 


Hinrich Spreckels, Haus Nr. 28 wurde zum Feuerwehrhauptmann gewählt und sein Stellvertreter wurde Hinrich Gooßen Haus Nr. 15.

 

Im Jahre 1933 hielt ein Großfeuer Hammah in Atem.

 

Die Schulchronik berichtet unter anderem:

 

Am 12. Januar 1933 brannte das an der Bahnhofstraße gelegene mit Stroh gedeckte Wohnhaus und eine Scheune des Halbhöfners Hinrich Vollmers nieder. Außer der Hammaher Motorspritze nahmen die Autospritzen aus Stade und die Handdruckspritzen aus Groß Sterneberg, Mittelsdorf, Düdenbüttel und Engelschoff an der Bekämpfung des gewaltigen Brandes teil. Ein großer neuzeitlicher Schuppen konnte gehalten werden. Während es gelang, das gesamte Vieh, die landwirtschaftlichen Maschinen und die besten Möbel zu retten, wurde das übrige Inventar ein Raub der Flammen.

Die Brandursache konnte trotz eingehendster Untersuchung durch einen Staatsanwalt, den Kreisbrandmeister, den Bezirksschornsteinfeger und der Landjägerei nicht einwandfrei festgestellt werden. Der Besitzer war während des Brandes abwesend. Am anderen Morgen konnte die Feuerwehr erst abrücken.

Im Jahre 1934 gehörten der Wehr 30 Mann an. Die Motorspritze und die Handdruckspritze waren vorhanden.

Am 1. Januar 1934 trat das neue Preußische Feuerlöschgesetz in Kraft. Die Feuerwehr blieb ein Verein, doch es gab keine Wahlen mehr. Der Wehrführer, früher Feuerwehrhauptmann genannt, wurde jetzt durch den Provinzialfeuerwehrführer ernannt und abberufen. Jetzt wurde die Wehr nach dem Führerprinzip geleitet. Das Exerzieren wurde jetzt groß geschrieben.

 


Im Jahre 1935 wurde Dietrich Schlichting, Haus Nr. 47 zum Wehrführer ernannt. Sein Stellvertreter wurde der Lehrer Wilhelm Wittmeier. Nach dessen Versetzung nach Stade wurde der Zimmerer Christian Süling Stellvertreter.

 

Im Februar erhielten alle Angehörigen der Wehr einheitliche blaue Uniformen.

Das deutsche Feuerschutzgesetz trat am 01.01.1939 in Kraft. Nun wurde die Wehr aus dem Vereinsregister glöscht, jetzt ging es streng nach dem Führerprinzip.

Sie unterlag der SS und Polizeisondergerichtsbarkeit. Bestraft werden konnte unerlaubte Entfernung, Ungehorsam, Beleidigung eines Vorgesetzten, Gehorsamsverweigerung, Wiedersetzung, Erregung von Mißvergnügen, Untergrabung der Manneszucht und vieles andere mehr.

Der Kreisfeuerwehrverband Stade wurde aufgelöst. Der Kreiswehrführer trat zurück. Danach wurde der Stader Stadtbrandmeister Heyderich zum Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehren ernannt.

Bald danach , am 01. September 1939 begann der 2. Weltkrieg.

Am 04. Mai 1940 wurden alle Wehrmänner auf den Führer des Deutschen Volkes vereidigt.

1940 wurden auch die Dienstgrade verändert in Obertruppführer und Truppführer. Die unteren Dienstgrade hießen jetzt Truppmann, Obertruppman und Haupttruppmann.


Viele Feuerwehrmänner mussten Soldat werden. Als im Juni 1942 nur noch 21 Feuerwehrmänner im Dorf waren, wurden Zivilisten notdienstverpflichtet. Ende 1943 wurden dazu noch 13 Frauen und Mädchen als Feuerwehrhelferinnen verpflichtet. Als erstes mussten sie exerzieren lernen, und danach wurden sie mit der Spritze vertraut gemacht.

 


 

Im Jahre 1943 wurden wieder Dienstgrade verändert und der Polizei angepaßt. Es hieß jetzt Unterwachtmeister, Rottwachtmeister, Wachtmeister, Hauptwachtmeister, Meister der Feuerwehr.

Gott sei Dank wurden im Dorf Hammah keine Brandbomben abgeworfen. Wohl fielen 1941/1942 über 100 Brandbomebn ca. 150 m südlich vom Westerende in die Wiesen. Sie richteten aber keinen Schaden an.

Nach dem Einmarsch der Engländer in Hammah gab es keinen Brandschaden. In vielen Dörfern in der Umgebung wurden etliche Häuser und Gehöfte durch Beschuß ein Raub der Flammen.

Nach dem Kriege wurde das Feuerlöschwesen neu organisiert.

Die Feuerwehren schieden aus der Polizei aus und wurden eine Einrichtung der Gemeinde. Es musste nun eune weiße Armbinde mit der Aufschrift "Fireman" getragen werden. Am Stahlhelm stand "Civil fire service". An der Mütze wurde das springende Pferd und eine gelb-weiße Kokarde getragen. Die Dienstgrade wurden wieder in Feuerwehrmann, Oberfeuerwehrmann, Brandmeister und Oberbrandmeister geändert.

 

 

Brandmeister Dietrich Schlichting bat Ende 1945 um seine Entlassung. Sein Nachfolger wurde 1946 der Kaufmann Johannes Gooßen, der 1947 auch zum Unterkreisbrandmeister ernannt wurde.
Der Unterkreis bestand aus den Wehren der Dörfer Wiepenkathen, Heinbockel, Düdenbüttel, Mittelsdorf, Groß Sterneberg und Hammah.

 

Brandmeister wurde der Bauingenieur Hermann Süling.

Brände gab es immer wieder. Sie können jedoch nicht alle hier aufgeführt werden.

Die alte Motorspritze war mittlerweile 23 Jahre alt und kam von einem Einsatz defekt zurück. Dafür wurde 1946 eine gebrauchte Kleinkraftspritze Marke "Amag Hilpert" und ein gebrauchter Anhänger gekauft.

Letzterer kostete 5 kg Fett, für die damalige Zeit ein Wert von ca. 1000,- RM. Eine Sirene wurde 1947 gekauft und auf dem schlauchtrockengerüst montiert.

Als Zugkraft für den Anhänger wurde ein Pkw der Marke Wanderer, Baujahr 1939 erworben. Es handelte sich um einen Sechssitzer aus Wehrmachtsbeständen. Er kostete 3000,- RM und wurde vom Brandmeister aus eigener Tasche bezahlt.

1951 verschwanden endlich wieder die Benzinmarken und nun konnte der Übungsdienst voll durchgeführt werden.

Im Jahre 1947 wurde das 50jährige Bestehen der Wehr gefeiert. Nachbarwehren waren erschienen um mitzufeiern. Allein 27 Ehrenpforten waren im Dorf aufgestellt.

 

Ein langer Umzug bewegte sich durch das Dorf. Voran marschierte der Ehrenkreisbrandmeister Hein von Busch, der Kreisbrandmeister Heyderich und der Gemeindebrandmeister Gooßen.

 

Der alte Wanderer-Pkw mit den drei noch lebenden Gründungsmitgliedern Johann Seeba, Martin Holst und Hermann Spreckels folgten. Danach marschierten die Mitglieder aller Wehren. Im Anschluß daran fanden Schauübungen der Wehren auf dem Sportplatz hinter der Gastwirtschaft Meier statt. Natürlich wurde Molkebier und selbstgebrannter Korn getrunken.

Am 21.03.1949 trat das neue Feuerschutzgesetz für das Land Niedersachsen in Kraft. Die Wehr bestand aus 27 aktiven Wehrmännern, davon waren 6 Handwerker, 14 Landwirte, 1 Arbeiter, 3 Angestellte und 3 Gewerbetreibende. Die Gemeinde bestand zu dieser Zeit aus 965 Einwohnern und hatte noch 121 Weichdächer.

Am 11.06.1950 fand in Hammah eine wichtige Tagung der Unterkreisbrandmeister statt. Unter Vorsitz von Kreisbrandmeister Heyderich wurde beschlossen, den 1939 aufgelösten Kreisfeuerwehrverband neu zu gründen. Dies geschah im nächsten ahr auf dem Kreisfeuerwehrtag in Horneburg.

1953 wurde der Gemeindebrandmeister Johannes Gooßen zum stellvertretenden Kreisbrandmeister für Stade-Nord gewählt. Die Schwinge war die Grenze zwischen dem Nord- und Südkreis.

Am Himmelfahrtstag veranstaltete die Feuerwehrkameradschaft eine Kegeltour und beschloss, in Hamah einen Kegelverein zu gründen. Wieder in Hammah angekommen, wurde sogleich mit dem Gastwirt Klaus Meier verhandelt. Dieser erklärte sich bereit, eine Kegelbahn zu bauen. Leider dauerte es bis zur Fertigstellung zwei Jahre, da die Gastwirtschaft Meier im August durch Blitzschlag abbrannte.

Es war schon lange ein Wunsch der Feuerwehr, ein größeres Gerätehaus zu besitzen. Leider waren die Finanzen des Dorfes sehr angespannt. Nach der Währungsreform mussten viele, während des Krieges zurückgestellte Maßnahmen fertiggestellt werden.

1954 wurden die Grundsteuern um 30 Prozent angehoben, um ein Gerätehaus finanzieren zu können. Da die Gemeinde Himmelpforten keine Mittel zum Bau einer Brücke über den Düdenbütteler Bach zur Verfügung stellen konnte, wurde das Geld für den finanziellen Anteil der Hammaher 1955 zum Bau eines neuen Gerätehauses mit Wohnung verwendet. Im Keller wurde eine Zisterne mit 75 qm Fassungsvermögen gebaut.

Der Landkreis gab einen Zuschuß von 2800,- DM und die Brandkasse gab einen günstigen Kredit von 5000,- DM.

Es wurde eine Altersabteilung gegründet, in der alle nach 1955 ausscheidenden Kameraden übernommen.

Im Jahre 1961 wurde Hammah zum Feuerwehr-Stützpunkt erklärt. Nun konnte die Gemeinde bei Anschaffungen zum Feuerschutz höhere Beihilfen bekommen.

Am 01.09.1962 bekam die Wehr ein modernes LF8, ein Opel-Blitz-Fahrgestell mit einem Bierstedtaufbau und einer Balke-Vorbaupumpe für 24.000,- DM. Der Landkreis gab einen Zuschuß von 8.360,- DM und aus der Feuerschutzsteuer bekam die Gemeinde 4.000,- DM. Zu bemerken sei noch, dass damals von den verschiedenen Ausschüssen des Gemeinderates zwei LF8 gekauft wurden, was für viel Aufregung und Wirbel innerhalb der Gemeinde sorgte.

In den Jahren 1960/62 wurde Hammah an das zentrale Wasserversorgungsnetz angeschlossen. Nun war die Wasserversorgung bei den Bränden geregelt, da in den trockenen Sommern die Feuerlöschteiche nur eine geringe Wassermenge hatten. Im Ort wurden viele Ober- und Unterflurhydranten angelegt.

 


 

Bei der Flutkatastrophe am 16./17. Februar 1962 wurde die Wehr im Raum Kehdingen eingesetzt. Für die von der Überschwemmung durchnässten Heuhaufen in den Scheunen auf Krautsand bestand die Gefahr der Selbstentzündung. Es musste deshalb von uns umlagert werden.

16 Wehrmänner wurden mit der Flutmedaille ausgezeichnet.

Aus den Erfahrungen der Flutkatastrophe wurde im Nordbereich des Landkreises die II. Feuerwehrbereitschaft aufgestellt. Eine Gruppe der Feuerwehr Hammah wurde in diese eingegliedert. Als Führer der II. Bereitschaft wurde der Gemeindebrandmeister Johnnes Gooßen ernannt. Ein für den Melder der II. Bereitschaft bestimmtes Motorrad wurde im Gerätehaus untergestellt. Ferner wurde die Wehr mit Wettermänteln, Gummistiefeln, Kochgeschirren, Handlampen, Blinkerkellen und einem Werkzeugkasten vom Landkreis ausgerüstet.

Nun benötigte die Wehr einen Gerätewart. Als erster Gerätewart wurde Heinrich Eckhoff gewählt.

Als auf einer Gemeindebrandmeistertagung im Oktober 1966 in Hammah der Kreisbrandmeister Heyderich nach 28jähriger Tätigkeit sein Amt zur Verfügung stellte, wurde der Hauptbrandmeister Johannes Gooßen zum neuen Kreisbrandmeister gewählt. Die Amtsübergabe erfolgte während eines Übungstages des Feuerwehrflugdienstes Niedersachsen am 1. April 1967 in einem Flugzeug in 1000 m Höhe über dem Wohnsitz von Johannes Gooßen. Dies war wohl eine einmalige Amtsübergabe in der Geschichte der Feuerwehr.

 

 

Dietrich von Bargen wurde 1967 zum Gemeindebrandmeister von Hammah gewählt und übernahm im Herbst 1967 auch das Amt des Unterkreisführers. Hermann Süling blieb Stellvertreter, gab sein Amt 1970 nach 25jähriger Tätigkeit ab. Zum neuen Stellvertreter wurde Johann Spreckels gewählt.

Ausrüstung und Beschulung wurden ständig weitergeführt. Das Löschfahrzeug wurde mit einem Funkgerät ausgerüstet, außerdem erhielt die Wehr ein Schaumlöschgerät und 3 Preßluftatmer. Führungslehrgänge an der Feuerwehrschule Celle, Erste-Hilfe-Lehrgänge, Atemschutzlehrgänge und Maschinistenlehrgänge wurden von den Wehrmännern besucht.

Auch an Feuerwehrwettkämpfen beteiligte sich die Wehr. So konnte auf Kreisebene einmal ein 3. Platz, zweimal ein 2. Platz und einmal ein 1. Platz errungen werden. Dies ist ein Zeichen für die Aktivität der Wehrmänner

Die Wehr wurde bei vielen Bränden und Hilfeleistungen gefordert. Auch bei den Deichbrüchen 1968 an der Oste bei Brobergen und Kranenburg war die Wehr Hammah im Einsatz.

Bei der Gemeindereform 1972 wurde die Samtgemeinde Himmelpforten der Feuerschutzträger. Jetzt gab es den Namen Ortswehr und Ortsbrandmeister.

Das 75jährige Bestehen der Wehr 1972 wurde mit dem 50jährigen Bestehen des MTV Hammah zusammengefeiert. Am 01.07.1972 wurden Feuerwehrwettkämpfe durchgeführt. Am 02.07.1972 fand ein Festakt in der Schule statt.

Da von den Wehrmännern in den letzten Jahren Geld für eine Standarte gestiftet worden war, sie diese auch zum Fest bekommen hatten, fand die Standartenweihe am Nachmittag dieses Tages auf dem Sportplatz statt. Die Standarte hatte 1.350,- DM gekostet und bekam an diesem Tag schon 23 Fahnennägel.

Ein Umzug durch das Dorf folgte. Im Anschluß daran wurden auf der Schomackerschen Hofweide Schauübungen gezeigt, die von den Wehren Hagenah, Düdenbüttel, Himmelpforten, Bützfleth, Stade und Hammah gestaltet wurden. Mit einem Fackelzug und Zapfenstreich endete das Jubiläum.

Bedingt durch einen trockenen Sommer kam es im August 1976 zu größeren Waldbränden im Regierungsbezirk Lüneburg. Die Feuerwehrbereitschaften des Landkreises Stade kamen dort zum Einsatz, darunter auch die Wehr Hammah mit dem LF8 und einer Gruppe mit dem Gruppenführer Martin Breuer, sowie dem Krad mit Melder.

Kurz vor Weihnachten 1975 bekam die Wehr eine neue TS 8 (Tragkraftspritze) vom Typ Metz

Johann Spreckels wurde zum Zugführer des 2. Zuges der II. Bereitschaft ernannt.

Am 3. Januar 1976 wurde die Feuerwehr bei der Sturmflut an der Elbe eingesetzt. Dieses geschah im Rahmen der Bereitschaft.

Die Deiche mussten geschützt werden, doch die Flut war stärker und in Drochtersen brachen die Elbdeiche an vielen Stellen. Einige Wehrmänner standen dabei bis zum Bauch im kalten Wasser. Vieh musste gerettet werden und viele Keller wurden in Drochtersen ausgepumpt. In den darauffolgenden Tagen wurde die Gruppe in Assel und auf Krautsand eingesetzt.

Insgesamt fuhr die Gruppe acht Einsätze bei der Sturmflut unter wechselnder Besatzung.

 

 

Da der Kreisbrandmeister Johannes Gooßen sich bei der Sturmflut tatkräftig eingesetzt hatte, wurde er vom Bundespräsidenten Scheel eingeladen.

Johannes Gooßen trat am 31.03.1978 nach 11jähriger Tätigkeit als Kreisbrandmeister und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes aus gesundheitlichen Gründen zurück. Er wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt.

Das Bundesverdienstkreuz wurde ihm 1979 verliehen. Mit dem Feuerwehrabzeichen der Klasse 1 und 2 war er bereits ausgezeichnet worden. Zu seinem Nachfolger wurde Theo Dankert aus Bützfleth gewählt

Auf Grund der Strahlenschutzverordnung wurden wegen der Nähe zum Kernkraftwerk Stade 1978 im Landkreis Stade 3 Strahlenmeßwagen angeschafft. Diese Einsatzfahrzeuge wurden in Jork, Kutenholz und Hammah stationiert und mit Geräten zur Messung radioaktiver Strahlung und mit Schutzausrüstung der Besatzung ausgerüstet.

Aus Platzmangel wurde das Fahrzeug zunächst in der Garage von Hans Rinck untergestellt.

Einige junge Kameraden nahmen an einem Strahlenschutzlehrgang in Celle teil.

 

Um den Meßwagen im Gerätehaus unterstellen zu können, musste dieses umgebaut werden. Ein Aufenthaltsraum, die Waschküche und anders wurden abgerissen. Es wurden zwei große Türen eingebaut. Die Gesamtbaukosten betrugen 20.000,- DM.

 

 

Dazu leisteten die Wehrmänner 553 Arbeitstunden. Zusätzlich wurde ein Funkmeldeempfänger an der Sirene angebaut, wodurch diese von der FTZ ausgelöst werden konnte.

 


 

Die Einsatzbereitschaft junger Menschen, in den freiwilligen Hilfsorganisationen mitzuarbeiten, wurde mit dem wachsenden Wohlstand immer geringer. So beschloss die Bundesregierung, dass junge Männer vom Wehrdienst freigestellt würden, wenn sie sich verpflichteten, mindestens 10 Jahre in diesen Organisationen mitzuarbeiten. Dieses wurde auch von einigen Kameraden unserer Wehr wahrgenommen, die schon hier ihren Dienst taten. Sie wurden vermehrt in der Strahlenschutzgruppe, der Atemschutzgruppe und der Bereitschaft eingesetzt.

 

 

Da der Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Himmelpforten, Helmut Burfeind, 1982 verstarb, wurde 1983 Dietrich von Bargen zum neuen Gemeindebrandmeister gewählt. Sein Amt als Ortsbrandmeister musste er dadurch abgeben. Zu seinem Nachfolger wurde sein Stellvertreter Johann Spreckels gewählt. Stellvertretender Ortsbrandmeister wurde Martin Breuer.

 

Obwohl das 21 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug noch immer sicher und zuverlässig seinen Dienst versah, entsprach es nicht mehr den neuen Sicherheitsvorschriften. Da die Sicherheit bei Einsatzfahrten Vorrang haben muss, wurde für 105.000,- DM ein neues Fahrzeug von der Samtgemeinde für die Ortswehr Hammah angeschafft. Es ist ein mittelschweres LF-8-Mercedes Fahrzeug mit einem Schlingmann-Aufbau.

Am 05.02.1983 wurde es aus Dissen, am Teutoburger Wald, unter echt winterlichen Straßenverhältnissen von Kameraden der Hammaher Wehr abgeholt.

Am 20.02.1983 wurde das Fahrzeug im Rahmen einer Feierstunde an den Hammaher Ortsbrandmeister Johann Spreckels übergeben.

Eine ständige Aus- und Fortbildung der Wehrmänner ist erforderlich, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb müssen immer wieder Funk-, Maschinisten-, Atemschutzgeräteträger- und Gerätewartlehrgänge sowie Erste-Hilfe-Lehrgänge durchgeführt werden.

Bei Brandeinsätzen und Hilfeleistungen werden die Feuerwehrkameraden jedes Jahr neu gefordert. Sie leisten zwischen 1.200 und 2.000 Stunden.

Ein außergewöhnlicher Einsatz war der 220. Starfighterabsturz in Groß Sterneberg im Juli 1984, bei dem zwei Menschen den Tod fanden.

Aus Altersgründen trat Dietrich von Bargen als Gemeindebrandmeister zurück. Er war lange Jahre Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes und wurde 1980 mit dem silbernen Feuerwehrabzeichen ausgezeichnet.

Zu seinem Nachfolger wurde Ehrich Meyer aus Breitenwisch gewählt.

Auch in der Hammaher Wehr gab es 1989 einen Führungswechsel. Johann Spreckels und Martin Breuer stellten sich aus Altergründen nicht wieder zur Wahl.

 

 

Zum Ortsbrandmeister wurde Hans-Hermann Richter und zu seinem Stzellvertreter Hartmut Elfers gewählt.

Durch den Zusammenschluß der beiden deutschen Staaten kam es 1990 zu einer Partnerschaft zwischen den Dörfern Hammah im Kreis Stade und Hamma im Kreis Nordhausen. Um jedoch einen Partnerschaftsvertrag mit Leben zu erfüllen, mussten die Menschen in den Dörfern sich kennenlernen.

Die Mitglieder der Wehren luden sich gegenseitig ein und feierten zusammen. Man hörte von den Sorgen der dortigen Wehr, deren Geräte veraltet waren.

Von der Engelschoffer Wehr, die ein neues Einsatzfahrzeug bekommen hatten, konnte das alte Fahrzeug von der Gemeinde Hammah erworben werden. Von einigen Kameraden der Hammaher Wehr wurde es überholt und im Juni 1992 nach Hamma gebracht und der dortigen Wehr übergeben.

Die Gemeinde Hammah hatte das Klöfkornsche Bauernhaus gekauft und es zu einem Rathaus umgebaut. Nun wurde das alte Jugendheim, in dem sich vorher das Gemeindebüro befand, verkauft. da sich die Heizung im danebenliegenden Gerätehaus befand, interessierte sich der Käufer auch für dieses Gebäude. Der Feuerwehr war das Gerätehaus zwischenzeitlich zu klein geworden und es entsprach nicht mehr den geforderten Unfallverhütungsvorschriften.

Nun wurde der Neubau eines Gerätehauses erwogen.

Durch den Verkauf der beiden Gebäude und einen Zuschuss des Landkreises von 42.000,- DM kam der größte Teil der Baukosten zusammen. Da die Gemeinde einen Bauplatz zur Verfügung stellen konnte und die Genehmigungen schnell erteilt wurden, begannen die Bauarbeiten schon im Frühjahr 1994. Viele Arneiten wurden von den Wehrmännern übernommen und ausgeführt. Es waren Arbeiten wie Abschieben des Mutterbodens, Sand auffüllen, Planieren und Rütteln, Fundamente schütten, die Bodenplatte betonieren, Klempnerarbeiten, Elektroarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Heizungsarbeiten in Zusammenarbeit mit einer Firma, Putzen, Tapezieren, Fußbodenarbeiten und Malerarbeiten. Dazu kamen Außenarbeiten wie die Herstellung des Pflasters und der Gartenanlagen.

Am 27.07.1994 konnte schon Richtfest gefeiert werden. Die Einweihung war am 10. Juni 1995.

Die Gesamtkosten des Neubaus betrugen 420.000,- DM. Zusätzlich zu diesen Kosten wurden 5.000 Stunden Eigenarbeit von den Wehrmännern im Werte von 250.000,- DM geleistet.

Das Gerätehaus wurde mit einer großen Garage, einem Unterrichtsraum, einer Teeküche, einem Führungszimmer und sanitäre Einrichtungen gebaut und hat eine Grundfläche von 200 qm. Es wurde für die Zukunft geplant und gebaut. Architekt war Bernd Mügge aus Hammah.

 

Über 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hammah bedeuten verantwortungsbewußten Einsatz und stete Bereitschaft im Dienst dür die Allgemeinheit zum Schutze und Sicherung ihrer Bürger. Aus einigen Familien ist es die 4. Generation, die nach dem Grundsatz HELFEN, RETTEN, LÖSCHEN, BERGEN freiwillig ihren Dienst in der Wehr absolvieren

Viele Wehrmänner haben in vorbildlicher Kameradschaft selbstlos ihren Mitmenschen in Not und Katastrophensituationen geholfen und werden es weiterhin tun.

 

Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr

 

 

Anbei die Bilder dieser Chronik in einer Übersicht:

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