Mittwoch, 19. Juni 2019

Chronik

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Die Freiwillige Feuerwehr Hammah wurde als 12. ländliche Wehr im damaligen Landkreis Stade gegründet. Die ersten Statuten der Wehr wurden am 10. Januar 1898 erstellt.

 

 

Als erster Feuerwehrhauptmann wurde der Zimmerermeister Hermann Süling gewählt. Sein Stellvertreter wurde der Landwirt Johann Breuer, Haus Nr. 24.

Die Statuten der Wehr wurden am 4. April 1898 vom Landrat genehmigt. Unter anderem stand dort drin:

Wer bei einer Übung nicht erschien, mußte 25 Pfennig Strafe zahlen,
wer bei einem Brand oder einer Übung sich verspätete, bezahlte 10 Pfennige,
wer bei einem Brand nicht erschien, mußte sogar 1 Mark Strafe zahlen, und
wer eine Stunde nach Beendigung einer Übung noch in Uniform angetroffen wurde, zahlte ebenfalls 1 Mark.

Im Vergleich dazu sei gesagt, dass zu der Zeit ein Bier 10 Pfennige und ein Korn 5 Pfennige kostete.

Die Uniform bestand zu dieser Zeit aus einer dunkelgrauen Bluse und einem Lederhelm. Für die Feuerwehrjoppe musste die Gemeinde Hammah 306 Mark bezahlen.

Ein Spritzenhaus wurde auf dem "Armenhausplatz" an der Bahnhofstraße gebaut. In der Gemeinde wurden fünf Feuerlöschteiche gegraben. Dies geschah selbstverständlich mit der Hand und in Eigenleistung. Ferner wurde noch ein Notbrunnen in der Dorfmitte ausgemauert.

Im Jahre 1901 musste dann gemäß der Polizeiverordnung des Oberpräsidenten in Hannover eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt werden. Obwohl Gemeinden, die eine Freiwillige Feuerwehr hatten, sich dagegen wehrten, blieb ihnen trotzdem nichts anderes übrig, als sich zu beugen und eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen.

In Hammah wurde der Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr auch gleichzeitig Hauptmann der Pflichtfeuerwehr. Die Freiwilligen übernahmen die Bedienung der Spritze und das Retten von Menschen, Vieh, Hab und Gut, die Pflichtfeuerwehr war für das Herbeischaffen von Wasser und die Bewachung der geretteten Gegenstände zuständig.

Die Hammaher Feuerwehr musste in den Gemeinden Düdenbüttel, Heinbockel, Himmelpforten, Mittelsdorf, Wiepenkathen, Bossel, Haddorf, Hammahermoor, Weißenmoor, Forst Villah (Gr0ß Sterneberg gab es da noch nicht) und einstelligen Höfen Löschhilfe leisten. Sie wurde oft angefordert und musste viele Brände mit bekämpfen.

 

Hier werden einige Brände genannt:

1899 Brand bei Haack in Himmelpforten, bei Rathjens in Düdenbüttel und in Schwinge
1900 Brand in Düdenbüttel
1901 Brand bei Schlichting im Seemoor
1903 wieder Brände in Düdenbüttel und Himmelpforten
1905 Brand bei Buck in Hammah
1908 Brand auf dem Hof Bockhorst
1909 Brand in Hahle und bei Gustav Spreckels in Mittelsdorf
1910 Brand am Steindamm (Stade) und D. Spreckelsen in Himmelpforten, Ochsenpohl
1911 Brand bei Schuldt in Haddorf
1912 Brand bei D. Schlichting in Hammah
1913 Brand bei J. von Bargen in Hammah und H. Schomacker in Hammahermoor
1914 Brand bei Chr. Dammann in Hammah
1916 Brand bei Martens in Groß Sterneberg
1917 Brand bei H. Peters
1919 Brände in Heinbockel, Düdenbüttel und Groß Sterneberg
1920 brannte ein Bahnwaggon aus
1921 Brand bei Joh. Schradiek in Hammah und Johann Vollmers in Haddorf
1927 Brand bei Seeba in Hammah und Brände in Burg und Schölisch
1928 Brand in Klein Villah und in Haddorf
1929 Brand bei Höper in Groß Sterneberg
1930 Brand bei Hagenah in Hammahermoor

Man könnte in dieser Reihenfolge bei der Aufzählung der Brände fortfahren.

Das Erreichen der Einsatzorte wurde mit Pferden als Zugkräfte der Spritze und des Mannschaftswagens bewältigt.

Zum Einsatz kam jeweils das Gespann, das als erstes am Spritzenhaus war.

Die Fahrer der Spritze und des Mannschaftswagens bekamen für ihren Einsatz je nach Länge des Weges zwischen 3 und 12 Mark Entlohnung. Wer mehrmals mit seinem Gespann beim Spritzenhaus war und nicht zum Einsatz kam, erhilet 1 Mark. Jeder Feuerwehrmann bekam für seinen Einsatz beim Brand oder bei der Übung 25 Pfennige.

 


Im Jahre 1902 wurde Johann Breuer, Haus Nr.24
zum neuen Feuerwehrhauptmann gewählt.

 


Sein Stellvertreter wurde Johann Seeba, der 1905 neuer
Feuerwehrhauptmann wurde. Sein Stellvertreter wurde Fritz Spreckels.

 

Im 1. Weltkrieg 1914/1918 übernahm der 1. Zugführer Hinrich Buck das Amt des Feuerwehrhauptmanns, da die anderen Mitglieder des Kommandos zum Heeresdienst eingezogen waren

1919 übernahm Johann Seeba wieder das Amt des Feuerwehrhauptmanns.

Die Kameradschaft und das Vergnügen kamen selbstverständlich nicht zu kurz. So wurde am 13. November 1898 der erste Feuerwehrball gefeiert. Im Februar 1908 feierte man das 10jährige Bestehen der Wehr mit Theater und Ball in der Gastwirtschaft Meier. Als Eintritt wurde für Unverheiratete 75 Pfennig, für Verheiratete 50 Pfennig und für Damen 25 Pfennig erhoben.

 

 

Im Jahre 1923 bekam die Freiwillige Feuerwehr Hammah als erste Landfeuerwehr im Kreis Stade eine vierrädrige Motorspritze mit einer Wasserleistung von 800 Litern pro Minute. Diese Motorspritze wurde selbstverständlich zur damaligen Zeit von Pferden gezogen. Als die Motorspritze bezahlt werden musste, war das Geld durch die Inflation nicht mehr viel Wert. So bezahlte der Gemeindevorsteher Fritz Spreckels die Spritze aus eigener Tasche und schenkte sie der Gemeinde. Es war wohl ein glücklicher und einmaliger Vorgang im Altkreis Stade.

Ein Jahr später bekamen die Orte Schwinge, Mulsum und Apensen die gleiche Spritze. Sie mussten ihre Spritzen in Goldmark bezahlen.

 

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