Mittwoch, 19. Juni 2019

Chronik

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In der Schulchronik wird berichtet:

 

Am 25. Juli 1924 feierte die Freiwillige Feuerwehr Hammah ihr 25jähriges Stiftungsfest. Mit diesem Jubeltag wurde auch der Kreisfeuerwehrtag Stade-West hier abgehalten. Trotz der "tropischen Hitze" hatten sich zahlreiche Feuerwehrleute aus den Kreisbezirken eingefunden. Die Gäste wurden um 13.00 Uhr von dem festgebenden Verein auf dem Bahnhof willkommen geheiß und zum Festlokal, der Gastwirtschaft Meier, geleitet.


Zu Ehren der Gäste hatte Hammah zahlreiche Ehrenpfosten mit sinngemäßen Sprüchen errichtet. Im Saale des Gastwirts Meier trafen dann die Abgeordneten der einzelnen Wehren zu einer Tagung zusammen, in welcher der Bremervörder Kreisbrandmeister Peters aus Ebersdorf einen Vortrag über die Wasserversorgung in den Ortschaften hielt. Im Anschluss daran begrüßte der Landrat Cornelsen die Festversammlung.

Nach Ende der Tagung stellte sich der Festumzug auf, der sich dann unter Klängen von Marschweisen durch die Ortschaft bewegte. Daran fand anschließend eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Hammah statt, bei der die neuangeschaffte Motorspritze und die alte Handdruckspritze in Tätigkeit traten. Es wurde angenommen, dass auf zwei Gehöften Feuer ausgebrochen sei. Mit mächtigen Wasserstrahlen wurde das Feuer bekämpft. Nach dem Antreten der Wehr im Vereinslokal wurden 8 Kameraden für 25 Jahre treue Dienstleistung in der Wehr ausgezeichnet. Zum Schluß fand in den Sälen der Gastwirte Meier und Schlichting ein Tanzvergnügen statt, das die zahlreich erschienenen Gäste noch recht lange zusammen hielt.

Schon 1925 wurde von der Jahreshauptversammlung folgendes beschlossen:

Wer beim Antreten und im Spritzenhaus raucht, muß 3,- Mark Strafe bezahlen.

Im Jahre 1925 wurde hinter dem Haus des Achtelhöfners Johann Breuer, Hasu Nr. 20, unmittelbar neben dem Notbrunnen, ein Hydrant gebaut, der die Motorspritze stundenlang mit Wasser versorgen konnte. Sogar die Stader Feuerwehr kam jeden Sommer und machte hier eine Übung. Sie hatte ein extra Übergangsstück für diesen Hydranten.

Der 2. Hydrant wurde 1928 auf dem Grundstück der Molkerei gebaut.

Im Jahre 1932 gab es einen Wechsel an der Spitze der Wehr.

 


Hinrich Spreckels, Haus Nr. 28 wurde zum Feuerwehrhauptmann gewählt und sein Stellvertreter wurde Hinrich Gooßen Haus Nr. 15.

 

Im Jahre 1933 hielt ein Großfeuer Hammah in Atem.

 

Die Schulchronik berichtet unter anderem:

 

Am 12. Januar 1933 brannte das an der Bahnhofstraße gelegene mit Stroh gedeckte Wohnhaus und eine Scheune des Halbhöfners Hinrich Vollmers nieder. Außer der Hammaher Motorspritze nahmen die Autospritzen aus Stade und die Handdruckspritzen aus Groß Sterneberg, Mittelsdorf, Düdenbüttel und Engelschoff an der Bekämpfung des gewaltigen Brandes teil. Ein großer neuzeitlicher Schuppen konnte gehalten werden. Während es gelang, das gesamte Vieh, die landwirtschaftlichen Maschinen und die besten Möbel zu retten, wurde das übrige Inventar ein Raub der Flammen.

Die Brandursache konnte trotz eingehendster Untersuchung durch einen Staatsanwalt, den Kreisbrandmeister, den Bezirksschornsteinfeger und der Landjägerei nicht einwandfrei festgestellt werden. Der Besitzer war während des Brandes abwesend. Am anderen Morgen konnte die Feuerwehr erst abrücken.

Im Jahre 1934 gehörten der Wehr 30 Mann an. Die Motorspritze und die Handdruckspritze waren vorhanden.

Am 1. Januar 1934 trat das neue Preußische Feuerlöschgesetz in Kraft. Die Feuerwehr blieb ein Verein, doch es gab keine Wahlen mehr. Der Wehrführer, früher Feuerwehrhauptmann genannt, wurde jetzt durch den Provinzialfeuerwehrführer ernannt und abberufen. Jetzt wurde die Wehr nach dem Führerprinzip geleitet. Das Exerzieren wurde jetzt groß geschrieben.

 


Im Jahre 1935 wurde Dietrich Schlichting, Haus Nr. 47 zum Wehrführer ernannt. Sein Stellvertreter wurde der Lehrer Wilhelm Wittmeier. Nach dessen Versetzung nach Stade wurde der Zimmerer Christian Süling Stellvertreter.

 

Im Februar erhielten alle Angehörigen der Wehr einheitliche blaue Uniformen.

Das deutsche Feuerschutzgesetz trat am 01.01.1939 in Kraft. Nun wurde die Wehr aus dem Vereinsregister glöscht, jetzt ging es streng nach dem Führerprinzip.

Sie unterlag der SS und Polizeisondergerichtsbarkeit. Bestraft werden konnte unerlaubte Entfernung, Ungehorsam, Beleidigung eines Vorgesetzten, Gehorsamsverweigerung, Wiedersetzung, Erregung von Mißvergnügen, Untergrabung der Manneszucht und vieles andere mehr.

Der Kreisfeuerwehrverband Stade wurde aufgelöst. Der Kreiswehrführer trat zurück. Danach wurde der Stader Stadtbrandmeister Heyderich zum Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehren ernannt.

Bald danach , am 01. September 1939 begann der 2. Weltkrieg.

Am 04. Mai 1940 wurden alle Wehrmänner auf den Führer des Deutschen Volkes vereidigt.

1940 wurden auch die Dienstgrade verändert in Obertruppführer und Truppführer. Die unteren Dienstgrade hießen jetzt Truppmann, Obertruppman und Haupttruppmann.


Viele Feuerwehrmänner mussten Soldat werden. Als im Juni 1942 nur noch 21 Feuerwehrmänner im Dorf waren, wurden Zivilisten notdienstverpflichtet. Ende 1943 wurden dazu noch 13 Frauen und Mädchen als Feuerwehrhelferinnen verpflichtet. Als erstes mussten sie exerzieren lernen, und danach wurden sie mit der Spritze vertraut gemacht.

 

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